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Viel Freude mit der "neuen" Mucha wünscht

Barbara Mucha und die Mucha-Administration

Paketabgabe: Heimische Händler zahlen die Rechnung

Die geplante österreichische Paketabgabe, welche für die Zustellung von Paketen im Inland zu entrichten sein soll, wird in ihrer aktuellen Ausgestaltung ihr erklärtes Ziel verfehlen, Fernost-Plattformen wie Temu und Shein stärker in die Pflicht zu nehmen. Stattdessen wird sie vermutlich genau jene treffen, die sie eigentlich schützen sollte: beschäftigungsintensive heimische Händler und indirekt auch mittelständische sowie KMU-Webshops, die über Plattformen wie Amazon verkaufen.

Den betroffenen Händlern wird aufgrund der ohnehin kaum vorhandenen Margen oftmals nichts anderes übrigbleiben, als diese Paketsteuer an die Endkonsumenten weiterzureichen. Belastet werden damit vorrangig heimische Händler und Konsumenten, während reine Vermittlerplattformen die Kosten einfach weitergeben werden.

„Wir begrüßen ja, dass die Bundesregierung etwas gegen den unfairen Wettbewerb im Onlinehandel unternehmen möchte. Die geplante Paketsteuer könnte aber in der aktuellen Ausgestaltung das Gegenteil bewirken“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will„Statt Billigstplattformen aus Drittstaaten, welche Österreich mit gefährlichen Produkten überfluten, fair zu besteuern, schafft sie eine systematische Wettbewerbsbenachteiligung für den österreichischen Handel und eine zusätzliche Kostenbelastung für die Konsumentinnen und Konsumenten. Im Endeffekt könnte damit ein Österreich-Aufschlag im Onlinehandel entstehen.“

Rechnungshof-Bericht zeigt: Vollzugs- und Kontrollinstrumente fehlen

Das neue Gesetz geht zudem mit bürokratischen Belastungen und einem hohen Verwaltungsaufwand für die heimischen Händler einher. Die unterschiedlichen Möglichkeiten des Kaufs (Online; Click&Collect; Kauf im Geschäft mit anschließender Zusendung des Artikels) sollen nach den Regelungen unterschiedlich behandelt werden. Diese unterschiedlich gelagerten Fälle müssten von den Händlern allesamt separat erfasst werden, um zu ermitteln, wann ein Versandhandelsumsatz vorliegt, für welchen in weiterer Folge eine Paketabgabe zu entrichten ist.

Hinzu kommt der Rechnungshof-Bericht vom Februar 2026, wonach die österreichischen Behörden mit ihrer derzeitigen Infrastruktur nicht in der Lage sind nachzuvollziehen, wie hoch die Umsätze im grenzüberschreitenden Versandhandel tatsächlich sind. Daher kann de facto auch nicht kontrolliert werden, ob von den Steuerschuldnern die Steuern tatsächlich in korrekter Höhe abgeführt werden.

„Wir sehen bei der geplanten Paketsteuer die Gefahr, dass hier zwar ein neues Regelungswerk beschlossen wird, der Vollzug dieser Regelungen aber aufgrund mangelnder Kontrollmöglichkeiten nicht sichergestellt werden kann. Von solchen Vollzugsdefiziten profitieren erfahrungsgemäß vor allem Drittstaatenplattformen, während heimische Händler zusätzlich belastet werden. Selbiges ist bei Steuern, Zoll- und Abfallwirtschaftsgebühren leider seit vielen Jahren gelebte Praxis“, erklärt Handelssprecher Rainer Will.

Der Handelsverband setzt sich daher auch mit Blick auf die EU-Zollreform 2028 für eine verstärkte Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie einen Ausbau der IT-Infrastruktur der Zoll- und Steuerbehörden ein.

Onlinehändler befürchten kontraproduktive Umwelteffekte

Überdies soll die entstandene Steuerschuld nach der Zustellung eines Pakets nicht mehr wegfallen – auch wenn die bestellten Artikel vom Empfänger retourniert werden. Dies könnte dazu führen, dass die Kunden einmalig möglichst viele Artikel bestellen, wobei von vornherein die Intention besteht, den Großteil dieser Artikel wieder zu retournieren. So ist es für den Verbraucher etwa vorteilhafter, gleich eine Vielzahl an Artikel in unterschiedlichen Größen zu bestellen (da hier nur einmalig die Paketabgabe anfällt), anstatt zuerst eine Größe zu bestellen und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Größe, sollte der Artikel nicht passen (in diesen Fällen ist die Paketgebühr dann zweimal zu entrichten). Bewusste Massenbestellungen mit geplanten Rücksendungen verursachen jedoch unnötige Kosten für die Händler, mehr Verpackungsmüll und zusätzliche Umweltbelastung.

Innovationsbremse für den österreichischen Handel

Der E-Commerce ist heute für nahezu alle Österreicher:innen Teil des Alltags. Gerade die heimischen Händler haben in den letzten fünf Jahren enorm investiert, um sich an das veränderte Konsumverhalten anzupassen. Viele Händler kämpfen in diesem neuen Geschäftsfeld immer noch mit Verlusten. Der Onlinehandel ist längst ein zentraler Pfeiler der österreichischen Wirtschaft. Laut einer aktuellen Studie von ECO Austria schafft der E-Commerce rund 13,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung und sichert etwa 250.000 Arbeitsplätze im Land. 

„Wir sind Verfechter des stationären Handels, der unsere Stadt- und Ortskerne lebendig hält. Aber auch der österreichsiche digitale Handel ist als Innovations- und Beschäftigungsmotor essenziell. Daher warnen wir vor gut gemeinten Regelwerken, die in der Praxis heimische Händler mit Bürokratie überfluten und gleichzeitig im Vollzug zahnlos bleiben. Der Handelsverband empfiehlt daher eine grundlegende Überarbeitung des neuen Gesetzes. Wir müssen an der Stimmung und Zuversicht im Land arbeiten. Die Basis dafür sind planbare und faire Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft", so Handelssprecher Rainer Will abschließend.

Foto: Shutterstock/antoniodiaz

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