Stadt Wien kassiert jetzt auch in Döbling Parkmaut

Stadt Wien kassiert jetzt auch in Döbling Parkmaut
War heute zu Besuch bei Freunden in Grinzing und habe einen Folder der Stadt Wien von einer Verteilerin in die Hand gedrückt bekommen. Darin geht es um das Parkpickerl und die Kurzparkzone für den 19. Bezirk. Zu sehen sind ausschließlich lachende Menschen, die sich darüber freuen, dass diese neue Regelung endlich kommt. Was dabei vergessen wird: Jahrelang ware die Mehrheit der Bezirksbewohner gegen Kurzparkzone und Parkpickerl. Jetzt sollen sie plötzlich dafür sein? Versprochen werden mehr Parkplätze für die Anrainer und eine höhere Lebensqualität. Wer´s glaubt, wird seelig. Ist die Rot-Grüne-Stadtregierung tatsächlich so naiv anzunehmen, dass das Verkehrsaufkommen deshalb weniger wird? Oder hält sie die Wiener für Idioten? Jeder Stadtplaner kann den Damen und Herren im Rathaus erklären, warum nur Fahrverbote in der Stadt zu weniger Verkehrsaufkommen führen. Weil sich Autofahrer von Kurzparkzonen nicht davon abbringen werden lassen in ihren PKW zu steigen, werden die Kassen für die Stadt Wien ab Juli noch kräftiger klingeln, denn jetzt trägt auch Döbling zur Füllung dieser bei.
Wer hier wohnt, wird künftig, so wie bereits in fast allen Bezirken Wiens, zur Kasse gebeten. Im Folder der Stadt Wien sind die Kosten für ein Parkpickerl (Laufzeit ein Jahr) mit 90 Euro beziffert. Nebenkosten wie Bundes- und Verwaltungsabgaben werden nicht angeführt. In Summe kostet das Pickerl inklusive Abgaben pro Jahr rund 150 Euro oder 40 Cent pro Tag. Geht man von der moderaten Schätzung aus, dass von den 70.000 Bewohner Döblings nur die Hälfte ein Auto hätte und somit ein Parkpickerl angeschafft werden müsste, dann hat die Stadt mit einem Schlag mehr als 5 Millionen Euro Mehreinnahmen. Die Strafen durch Parken in der Kurzparkzone nicht miteingerechnet.
Wer über den Tellerrand hinausschaut sollte darüber nachdenken, warum die Stadt Wien dem Bauwahnsinn in diesem Grünbezirk kein Ende bereitet und bereitwillig zuschaut, wie historische Altsubstanz dem Erdboden geichgemacht wird um stattdessen riesige Betonburgen aufzuziehen. Ein Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen: Mehr Wohnungen = mehr Einwohner = mehr Pkw = mehr Einnahmen. Von wegen Umweltschutz!
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Kommentare
Aber nicht allen WienerInnen gehts so gut. Vor allem nicht in Gebieten am Stadtrand, wo die Verkehrsbetriebe nicht selber fahren. Ich war mal in so einer Gegend und musste mir sagen lassen: "Aber mit dem Auto leicht erreichbar". Ich fahre mit den Öffis, da hat das Verkehrsunternehmen die Parkplatzsorgen und weil ich mir nicht mal den Führerschein leisten kann.
Ich wohne in einem Nebenbezirk, ich musste wegen dieses Pickerls zwei Stunden auf die Möbelfirma warten, weil die keinen Parkplatz kriegten und eine halbe Stunde mit dem ganzen Kram zur Wohnung mussten.
Wer im 19. wohnt, kann sich auch einen Strafzettel leisten.
Habe gestern im 19. Bezirk schon Strafzettel von Parksheriff bekommen.
@kritischer Konsument
Wenn ein Supermarkt in der Nähe ist, geht das ja mit dem Einkaufswagerl. Wir wohnen am Heuberg, da wird es schon etwas schwieriger.
Unsere Großeinkäufe gehen bequem mit einem Einkaufswagerl und eventuell einem Rucksack. Ich hab noch nie was nach Hause liefern lassen.
Das einzige, wo mir ein Auto abgeht, ist 2x/Jahr das Ein- bzw Auswintern der nicht winterharten Pflanzen meiner Frau. Da fährt man halt auch mehrmals mit Nachziehwagerl.
@ kritischer Konsument
Und was machen Sie, wenn Sie einen Großeinkauf planen? Lassen Sie sich alles nach Hause liefern? Manchmal ist ein Autoa uch in der Stadt durchaus praktisch.
Wer braucht schon in Wien privat ein Auto? Wir haben unseres Ende der 80er Jahre abgeschafft. Die Öffis sind billig und gut. Ich war jetzt in München und sogar die Fremdenführerin jammerte über die hohen Preise. In deutschen Großstädten kostet die Jahreskarte bis zu 900€
Ich stecke fast täglich im Stau!
Ich habe noch nicht bemerkt, dass der Verkehr in Wien weniger wird. Im Gegenteil. So blöd wie die Ampeln zum Teil geschalten sind, staut sich der Verkehr auf vielen Straßen. Vielleicht will man die Autofahrer so lange ärgern, bis sie auf Öffis umsteigen.