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Viel Freude mit der "neuen" Mucha wünscht

Barbara Mucha und die Mucha-Administration

Jakob Kirchmayr gestaltet Julius Meinl Kunstfächer

61. Wiener Kaffeesiederball

Jakob Kirchmayr gestaltet Julius Meinl Kunstfächer

Auch beim 61. Wiener Kaffeesiederball, der am 18. Jänner 2018 in der Hofburg Vienna stattfinden wird, können sich die Damen wieder auf einen eleganten Begleiter freuen: Der Julius Meinl Kunstfächer sorgt für erfrischende Momente auf der Ballnacht. Jedes Jahr wird er von einem anderen Künstler gestaltet, den Galerist Ernst Hilger und Christof Cremer, künstlerischer Leiter des Wiener Kaffeesiederballs, vorschlagen. Dabei legen sie großen Wert auf den Bezug zur Wiener Kaffeehauskultur und das Ballmotto. In seiner 61. Auflage steht der Ball unter dem Motto „Café Modern – gestern, heute, morgen“ und spiegelt die Zeitlosigkeit des Wiener Kaffeeshauses wider, das seit jeher Anziehungspunkt für Künstler, Literaten, Freigeister und Intellektuelle ist.

In dieser Ballsaison stammt der Julius Meinl Kunstfächer vom österreichischen Künstler Jakob Kirchmayr und nimmt Anleihen an der Farbwelt des beliebten Balls, der sich heuer in Gold, Pink und Weiß präsentiert. Ihm ist in der Galerie Hilger im Jänner 2018, begleitend zum Wiener Kaffeesiederball, auch eine Einzelausstellung gewidmet. In ausdrucksstarkem Pink und mit dem Schriftzug „We Danced. And We Danced Close“ spannt der Julius Meinl Kunstfächer den Bogen zwischen dem Hauptthema eines Balls – Tanzen und dem erotischen Element des Tanzens, das sich auch beim Genuss des Kaffees wiederfindet. Kaffeegenuss – ein erotisch inspirierendes Erlebnis.

Inspirierender Botschafter für die Verbindung von Kunst und Kaffee

„Der Julius Meinl Kunstfächer schlägt eine Brücke zwischen Kaffeehauskultur, Musik und bildender Kunst. Er interpretiert das Ballmotto künstlerisch und zieht sich als Akzent durch die wunderbare Ballnacht“, so Hilger, der heuer auch mit dem Goldenen Kaffeekännchen für seine jahrelangen Verdienste um die Wiener Kaffeehauskultur ausgezeichnet wurde.

„Der neue Julius Meinl Kunstfächer steht für Poesie und Inspiration. Damit drückt er jene Werte stimmig aus, die Julius Meinl seit über 100 Jahren eng mit der Wiener Kaffeehauskultur verbinden. Er ist ein starker Ausdruck der Verbundenheit zwischen Kultur und Kaffee“, kommentiert Julius Meinl-CEO Marcel Löffler.

„Wir sind stolz darauf, in Kooperation mit der Galerie Hilger jedes Jahr ein nachhaltiges Kunstwerk zu präsentieren, mit dem jede Besucherin ein Stück der unvergesslichen Nacht am Wiener Kaffeesiederball mit nachhause nehmen kann und das sich auch im Wiener Sommer großer Beliebtheit erfreut“, sagt Ballleiterin Anna Karnitscher.

„Kunst und Kaffee gehören für mich untrennbar zusammen. Das Wiener Kaffeehaus ist weltweit einzigartig und inspiriert mit seiner Atmosphäre unzählige Generationen von Künstlern“, unterstreicht Kirchmayr.

„Die Förderung und Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern ist integraler Bestandteil der Wiener Kaffeehauskultur und Stiftungsgrund des Klubs der Wiener Kaffeehausbesitzer. Der Stil und die Verbindung von Schrift und Bild des Zeichners Kirchmayr passt wunderbar zu unserem Ballmotto ‚Café Modern’“, erklärt Christof Cremerals künstlerischer Leiter des Wiener Kaffeesiederballs.

Prominente Kunstliebhaber freuen sich über die ersten Julius Meinl Kunstfächer des Wiener Kaffeesiederballs

Einen ersten Blick auf den neuen Julius Meinl Kunstfächer warfen in der Galerie Hilger unter anderem: Die Julius Meinl Poesie-Botschafterin Silvia Schneider (PULS 4), Kaffeesieder Reginalt-Walter Dreier, Oldtimerexperte Heribert Kaspar, Freewave-Geschäftsführer Wolfgang Krivanek, Julius Meinl-Prokurist Ewald Laister, MARESI-Brand Managerin Bettina Liposchek, Wirtschaftsagentur Wien-Managerin Sabine Ohler, Julius Meinl Österreich-Geschäftsführerin Renata Petovska, Lusthaus Wien-Besitzer Helmut Raftl, Kulturmanagerin Nadja Rapp-Wimberger, Tanzschul-Besitzer Thomas Schäfer-Elmayer, Kulturmanager Daniel Serafin, Dirigent Uwe Theimer und ORF RadioKulturhaus-Manager Thomas Wohinz.

Über Jakob Kirchmayr

Jakob Kirchmayr (1975 in Innsbruck geboren, lebet und arbeitet in Wien) Zeichnungen kennzeichnen sich bei erster Betrachtung durch das Porträthafte. Der Mensch steht im Zentrum. Weniger aber ist es die realistische oder überzeichnete Darstellung des Menschen oder einzelner Eigenschaften, sondern vielmehr die Untersuchung gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge, die in einem Gesicht, in einem Körper oder in einer schemenhaften Gestalt münden. Dazu bedient sich Kirchmayr zeichnerischer Mischtechniken, er variiert realistische mit abstrakten Elementen und irritiert mit Farben.

Die Feingliedrigkeit und das Ephemere, ebenso der oft schreiende Ausdruck stumm wirkender Gestalten, erinnern an die Arbeit von Zoran Mušič, dessen expressive Malereien mit leisen Mitteln oft das Unsagbare ausdrücken.

Kirchmayrs Figuren setzen sich aus zeichnerisch sorgsam eingesetzten Verästelungen, Venen und Muskeln zusammen und wirken von daher organisch und lebendig. Sie können den Betrachter erschrecken, weil sie den Verfall des Menschen preisgeben – sie sind Mensch und Schatten, Tatsächliches und Andeutung. Wie fragile Adern heben sich die Striche vom Untergrund ab und strömen in konkreten Körperformen zusammen. Manchmal wirken die Figuren prometheisch, obwohl oder gerade weil ihre flüchtigen Strukturen, ihre fragilen Oberflächen sich zu maximaler Komplexität verdichten.

Die Farbe dient Kirchmayr dazu, eine Reflexionsebene für den Betrachter einzuziehen. Etwa wenn ein alt und krank wirkender Mann in dunklem Anzug grünstichig wird, so setzt er das Motiv mit der Farbe in einen Kontext, der eine Stimmung suggeriert, die vorgibt nachvollziehbar zu sein, weil sie einen inneren Zustand verstärkt – jedoch irritiert und sogar verstört. Gleichsam dienen Kirchmayr in seinen jüngeren Arbeiten abstrakte Elemente, etwa beim Porträt eines Kardinals, oder überzeichnete realistische Elemente, etwa eine Figur, auf deren Kopf ein fauler Kürbis sitzt, als Charakteristika seiner Figuren im umgekehrten Sinn –  als Bebilderung äußerer Zustände, die sich am Individuum manifestieren. Auch abstrakte Elemente mischen sich organisch in die figurativen Bilder. Gesichtspartien oder Körperteile verschwimmen ins Abstrakte und verstärken dadurch den tragisch-menschlichen Faktor. Dort wo Kirchmayr abstrakter wird, tut er dies, um Strukturen aufzuweichen und Rollenbilder zu hinterfragen, ihm dient die Abstraktion als Charakterisierungsinstrument.

Kirchmayrs Darstellungen des Menschlichen oder auch des Menschenzerfressenden, mögen ihm also dazu dienen, innere Stimmungen der Gesellschaft nach Außen zu kehren. Seine Figuren wirken verstörend, weil man sich in ihrem Blickfeld wähnt, weil sie oft direkt aus dem Bildrahmen heraus den Betrachter zu fokussieren scheinen.
So steht in Kirchmayrs Zeichnungen der physische Zustand auch für das Innenleben seiner Figuren. Manchmal erreichen die Figuren etwas Schemenhaftes, sie sind, wie bei Mušič, Schatten ihrer Existenz, Schatten des Lebendigen und Möglichen, eine Konsequenz des Lebendigen.

Kirchmayrs Motive sind auf den ersten Blick destruktiv, deuten den Verfall an, weil sie so viel Inneres nach Außen kehren, weil sie anatomisch wirken. Man ist erinnert an das weibliche und das männliche Skelett in der Capella Sansevero in Neapel, deren Adern- und Venengeflecht seit dem 18. Jahrhundert vollständig erhalten ist – Knochen und Venen. Was aber bei Kirchmayr so destruktiv wirkt, ist vielmehr eine Verdichtung innerer und äußerer Zustände, gesellschaftlicher und individueller Befindlichkeiten zu einer Synthese, einem Porträt, einem schemenhaften Abbild des wahrscheinlich Realen.

Foto: Andreas Tischler

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